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Nachricht an einen Toten (Blog)

Anfrage eines Unternehmens an mich für einen Bericht über deren Plattform für Produkttests.

Aufgabe/Anfrage:

  • Blogbeitrag über die Plattform
  • Positiv, Negativ oder Neutral

(Die Anfrage wird im Wortlaut wiedergegeben und der Name des Unternehmens ist verändert.)

Gute Recherche muss gelernt sein

Als Blogger erhält man immer wieder Kooperationsanfragen. Gegenüber Anfragen für Lau bin ich mittlerweile abgehärtet und ich versuche mich nicht mehr darüber zu ärgern. Aber diese E-Mail hat mich ein wenig schockiert und ist ein erneuter Beweis, das viele Unternehmen ihre potenziellen Kooperationspartner nicht nach Kriterien auswählt. Oftmals habe ich das Gefühl, dass an dieser Stelle nach Masse statt Klasse gewählt wird.

Der Grund dafür? Ich habe eine Anfrage für einen Blog erhalten, der nicht mehr existiert. Quasi eine Anfrage an einen toten Blog. Bereits zwei Monate zuvor habe ich Angekündigt meinen Blog zu löschen bzw. nicht weiter zu nutzen, da ich auf andere Blogprojekte aus bin. Letzte Woche war es dann so weit und ich habe den Blog endgültig gelöscht.

Nachdem ich mich zwischen Lachen und Weinen entscheiden musste und zu keiner Lösung kam, habe ich in Bloggerforen mal nachgefragt, ob ich die Einzige mit der Anfrage sei. Es haben sich ganze 7 weitere Blogger gemeldet! Jeder aus einer anderen Kategorie, von Mode bis Satire.

Hey Tatjana, möchtest du für Lau für uns schreiben?

Zugegeben, ganz so plump war die Anfrage dann nicht formuliert. Aber genau das fasst schon den Inhalt zusammen. Doch möchte ich euch den genauen Wortlaut nicht enthalten.

Unternehmen “Produktgeschenke”

Hallo Tatjana,

ich bin Maja von “Produktgeschenke”. Ich verfolge deinen Blog schon länger und möchte gerne eine Kooperation mit dir!

Wir sind eine Plattform für günstige Amazonartikel, die du über einen Code bekommst und dafür schreibst du eine Rezension. Es gibt einmal einen normalen und einen “King”-Bereich. Den King-Bereich erreichst du, wenn du für deine Bewertungen positive Rückmeldung erhältst und dadurch Punkte sammelst. Im King-Bereich gibt es dann viel mehr und tolle kostenlose Produkte zum kaufen und bewerten.

Ich möchte dir hiermit die tolle Chance als Blogger bieten, den Weg zum King-Bereich zu verkürzen, indem du auf deinem Blog egal wie über uns berichtest. Dadurch bekommst du nämlich von uns 1/3 deiner Punkte, die du für den King-Bereich brauchst.

Ich freue mich darauf, von dir eine E-Mail mit dem Link zum Artikel zu bekommen!

Liebe Grüße, Maja.

 

Bloggerin des nicht-vorhandenen Blogs

Sehr geehrte Maja,

aus reinem Interesse würde ich gerne wissen, ob ihr auch an ein Budget gedacht habt, oder man für 1/3 der King-Bereich-Punkte einen Bericht schreiben soll?

Mit freundlichen Grüßen,

Tatjana

 

Warum sollte man nicht auf so ein Angebot eingehen?

Vielen Unternehmen ist Werbung auf Blogs nicht viel Wert, andersherum ist es jedoch auch oft nicht besser. Dafür wurde Zaubereffekt ins Lebens gerufen, um auf solche Missstände aufmerksam zu machen. Es ist nie ratsam kostenlos für ein Unternehmen oder eine Agentur zu schreiben, wenn das Produkt, welches statt Geld angeboten wird, einen gewissen Wert unterschreitet. In diesem Fall werden mir nur Punkte angeboten, welche mir auf der Plattform zwar was bringen, aber mehr dann auch nicht.

Das ist wie in einem Unternehmen zu Arbeiten und dein Chef sagt: Du bekommst für deine Arbeit dein Gehalt. Dafür bekommst du Punkte, die dich in eine höhere Abteilung versetzen können, aber nur wenn du Produkte von uns kaufst. Ich hoffe, das ist okay?

Ja natürlich ist das okay! Dann reden wir direkt mal mit dem Vermieter und den Supermärkten, die finden das System sicherlich auch besser, als echtes Geld.

Seht das ganze mit einer kleinen Priese Ironie und dem Wink: Macht nicht die Arbeit kostenlos, wofür jemand anderes Geld bekommt. Davon profitieren wir alle.

 

Bildquelle: Momentmal / Pixabay

Post Author
Jill-Tatjana

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